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Gravel Herrmann Sari
Rechtsanwälte in Bürogemeinschaft
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Verletzung des Rechts am eigenen Bild im Internet z.B. Facebook

Der Upload von Bildern in sozialen Netzwerken ist sehr beliebt. Gerne wird die praktische Funktion genutzt um z.B. Statusmeldungen mit einem Schnappschuss lebendiger wirken zu lassen.
Ebenfalls beliebt ist auch das Veröffentlichung von privaten Fotos in den Fotoalben von Profilen. Auch der Upload von Filmen wächst stetig.

Grundsätzlich ist das erstmal kein Problem: Rechtlich relevant kann der Vorgang jedoch werden, wenn auf den Bildern noch weitere Personen zu sehen sind und die Abgebildeten nicht wissen, dass das Foto im Internet veröffentlicht wird oder gar überhaupt nicht wissen, dass sie fotografiert wurden.

Hier greift das sog. Recht am eigenen Bild. Das Recht am eigenen Bild es ein spezielles Persönlichkeitsrecht und daher grundgesetzlich geschützt. Zusammenfasst garantiert es das Recht eines jeden Menschen, dass Bildaufnahmen auf denen dieser abgebildet ist nicht ohne seine Zustimmung verbreitet werden.

Dies gilt natürlich auch und insbesondere für die Verbreitung von Bildern im Internet! Während früher der Schaden eher begrenzt war, weil Bilder nur direkt zwischen Personen herumgezeigt werden konnten und Kopien der Bilder nur mit einem gewissen Aufwand erstellt wurden, können im Internet veröffentlichte Bilder potentiell von allen Internetnutzern weltweit angesehen werden und beliebig vervielfältigt werden. Besonders schlimm wird der Schaden, wenn es sich bei den Bildern um für die Abgebildeten peinliche Aufnahmen oder gar Nacktfotos handelt.

Auch die Möglichkeit, dass Bilder durch Bildbearbeitungssoftware verfremdet werden kann, verschärft das Problem für Betroffene noch. So ist es heute ohne besondere Kenntnisse möglich Bildmontagen herzustellen, mit denen z.B. ein Gesicht in eine Nacktaufnahme hereinmontiert wird.

Daher ist folgendes wichtig zu wissen:

  • Bilder von Dritten dürfen nicht ohne ihr Einverständnis von Anderen im Internet veröffentlicht werden!
  • Das gilt auch für Bilder auf denen Sie ein „Bestandteil“ sind: Grundsätzlich reicht es aus, dass Sie für einen mehr oder weniger großen Bekanntenkreis erkennbar sind!
  • Falls gar Bilder von Ihnen mit peinlichem Inhalt oder Aktfotos veröffentlicht werden, sollte dringend sehr schnell gehandelt werden! Die Gefahr, dass die Fotos vervielfältigt werden und überhaupt nicht mehr aus dem Internet zu entfernen sind, ist gegeben.
  • Wichtig für Betroffene: „Melden“ Sie das Bild sofort beim Betreiber. Auch große Netzwerke mit Sitz im Ausland z.B. Facebook sind selbstverständlich grundsätzlich darin interessiert, rechtsverletzende Inhalte aus ihrem Angebot zu entfernen und werden – bei eindeutigem Inhalt – recht schnell tätig.
  • Durch die Einschaltung eines qualifizierten Rechtsanwalts kann häufig noch mehr erreicht werden. Die Aufforderung an den Betreiber durch einen Rechtsanwalt verleiht der Forderung nochmals zusätzlich Druck. Darüber hinaus kann auch der Täter selbst zur Verantwortung gezogen werden. So besteht die Möglichkeit diesen etwa durch eine Abmahnung oder eine einstweilige Verfügung sehr schnell zum Unterlassen zu zwingen.
  • Beleidigende Bilder .- etwa Bildmontagen – oder die Veröffentlichung von Nacktfotos führen darüber hinaus zu Schadensersatzansprüchen. Auch die Möglichkeit von Strafanzeigen besteht.
  • Gerade im Fall von Cybermobbingkampagnen sollte schnell gehandelt werden um das Ausmass einzudämmen und den Mobbern möglichst schnell mit rechtlichen Mitteln zu bewegen. Dies nimmt auch Mitläufern häufig den Elan.
 

RAe Gravel & Herrmann - Rechtsanwälte in Bürogemeinschaft - Münster